Folterexperten - Die geheimen Methoden der CIA

Die schockierenden Bilder von Folter im Gefängnis Au Ghraib erklärte die amerikanische Regierung mit dem Fehlverhalten einzelner schwarzer Schafe. Aber die Praktiken hatten Methode und eine Geschichte. Eine Geschichte, die weit zurückreicht in die Vergangenheit und nach Deutschland. Egmont Koch kann anhand kürzlich freigegebener Dokumente aus dem US-Nationalarchiv nachweisen, dass die CIA bald nach dem Krieg neue Wege suchte, renitente Gefangene zum Sprechen zu bringen. Die Dokumente und Zeitzeugen belegen, dass die nötigen Experimente in einer idyllischen Villa im Taunus stattfanden. In Deutschland konnte die CIA Dinge tun, die auf amerikanischem Boden zu riskant waren- so wie 50 Jahre später, als sie wieder Terrorverdächtige mit getarnten Flugzeugen quer durch Europa in geheime Verhörzentren verschob. In der Taunusvilla traf sich ein renommierter Harvard-Professor im Dienste der CIA mit einem Deutschen Nazi, der seine bei Menschenversuchen im KZ Dachau gewonnenen Erkenntnisse nun den USA zur Verfügung stellte und dafür unbehelligt blieb. Die Amerikaner machten alle möglichen Experimente, mit Elektroschocks, quälenden Haltungen, kaltem Wasser und verschiedenen Drogen- darunter auch euphemistisch als “final” bezeichnete- d.h., die Opfer waren am Ende tot.

1963 waren die Forschungen abgeschlossen und in einem Handbuch für Verhörmethoden systematisiert. Das “Kubark” Manual wurde dann in der Praxis von lateinamerikanischen Diktatoren getestet- und nach dem 11. September im Anti-Terrorkampf wieder aus der Schublade geholt.

Ein Film von Egmont R. Koch
Redaktion: Arnim Stauth (WDR) und Thomas Michel (SWR)

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